„Erstaunlich an den Gegnern des Impfens ist vor allem, dass es sie gibt.“ (Ärztezeitung) Ein Zwischenruf.

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Heute kein Bild. Thema zu wichtig.

Mal wieder Zeit für einen deutlichen Zwischenruf. Ein Dauerbrenner, aber gerade in den letzten Tagen haben sich gehäuft Diskussionen mit sogenannten Impfskeptikern (bei mir Impfgegner genannt) ergeben, die mir die Wichtigkeit des Themas noch einmal drastisch vor Augen geführt haben. Auch dieses Thema sehe ich in meinem Blog richtig platziert, auch die Impfgegnerschaft ist eine Art von Pseudomedizin. Vor allem, weil keine Rede davon sein kann, es handele sich um eine marginale Erscheinung. Von wegen. Ihre zahlenmäßige Beschränkung macht diese Truppe durch ihr lautstarkes Auftreten mehr als wett. Und geschätzte 15 Prozent + an Impfskeptikern in der Bevölkerung finde ich eh überhaupt nicht wenig.

Deshalb hier gerafft die Standardargumente der Impfgegnerszene und die passenden Antworten dazu:

Impfen hat noch nie eine Krankheit verhindert! Der Rückgang der Krankheiten liegt nur an mehr Hygiene und besserer Ernährung!

Liebe Impfgegner, sagt das mal der Mutter, deren Kind in Berlin an Masernfolgen verstorben ist. Habt ihr den Nerv, ihr vorzuwerfen, bei ihr sei es wohl nicht sauber genug und sie habe ihr Kind falsch ernährt? Und sie sei deshalb selbst schuld am Tod ihres Kindes? Wenn ja, ist euch nicht mehr zu helfen und ihr braucht auch nicht weiter zu lesen.

Ja, es gibt nicht-impfpräventable Krankheiten. Einige Erreger, Viren wie Bakterien, entziehen sich bislang einer Bekämpfung durch Impfungen. Das hat im Wesentlichen mit ihrer komplexen Struktur und bei Viren auch mit ihrer Wandlungsfähigkeit zu tun. Aber auch hier wird weiter geforscht. So ist der Kampf um einen Impfstoff gegen den HIV-Virus wohl jedem geläufig. Als mein Sohn geboren wurde, vor 30 Jahren, steckte die Impfung gegen Keuchhusten noch in den Kinderschuhen und war nicht empfohlen. Heute ist sie Standard. Man nennt das Fortschritt.

Ja, es gibt Infektionskrankheiten, deren Ausbreitung durch Hygienemängel begünstigt wird. Pest beispielsweise, wird bekanntlich durch Läuse übertragen, die durch Ratten einwandern. Cholera wird in der Regel durch verunreinigtes Trinkwasser verbreitet. Das sind  bakterielle Infektionen, die einen ganz anderen Mechanismus bei der Übertragung und Ansteckung zeigen als die viel, viel kleineren Viren. Bakterien brauchen ein Milieu, in dem sie sich vermehren können. Das geschieht außerhalb des menschlichen Körpers, aber nach einer Infektion eben auch innerhalb. Durch diese Vermehrung und die dabei freiwerdenden Stoffe wird man „krank“. Bakterien sind Lebewesen, die wir mit Antibiotika „vergiften“. Umgekehrt behandelt man keine Virusinfektionen mit Antibiotika. Viren vermehren sich nicht selbständig, z.B. durch Zellteilung, sondern „missbrauchen“ dafür die Körperzellen ihres Trägers.

Viren sind einfach da. Mehr oder weniger immer und überall. Sie sind keine Lebewesen, sie sind kleine Stücke „Information“, die unseren Körperzellen ihre Erbinformation sozusagen aufzwingen und sie damit verändern bzw. zerstören. Sie brauchen kein besonderes Milieu, keinen tierischen oder parasitären Zwischenträger. Sie brauchen nur einen ungeschützten Wirt, von dem sie sich in ununterbrochener Kette weiterverbreiten können. Sie brauchen weder eine Ratte noch eine Laus noch dreckiges Wasser. Der Wirt ist einfach der ungeimpfte Nachbar, der sich z.B. ein Virus in einer nicht durch Herdenschutz abgeschirmten Umgebung, beispielsweise auf einer Auslandsreise, einfängt. Und ihn in der heimatlichen Umgebung ausbreitet, sofern dort der Herdenschutz auch brüchig sein sollte. Das geschieht zwangsläufig. Man kann das doch mit ein wenig gesundem Menschenverstand bei den immer wieder vorkommenden Fällen der Einschleppung von Infektionen aus anderen Ländern oder des Ausbruchs in ungeschützten Milieus (siehe Berlin) ganz klar beobachten.

Dass die langfristigen Statistiken ganz eindeutig für eine Korrespondenz zwischen Impfungen und dem Rückgang impfpräventabler Krankheiten sprechen, ist eine solche Selbstverständlichkeit, dass man eine Leugnung dessen eigentlich nur mit Stillschweigen übergehen kann.

Nochmal ganz einfach: Bakterielle Infektionen kommen wie Heuschrecken über das Feld, sie sind Lebewesen, die ein für sie lebensfreundliches Milieu brauchen. Sie vermehren sich auch außerhalb des Wirtskörpers und können so eine schlagkräftige Angriffsarmee bilden. Wenn sie da sind, sind sie da. Müssen dann an Ort und Stelle bekämpft werden. Virusinfektionen kommen nur unter einer ganz bestimmten Voraussetzung, nämlich wenn sie Glieder einer ununterbrochenen Kette bilden können, denn eine Vermehrung ist ihnen außerhalb des Wirtskörpers nicht möglich. Da hilft die Unterbrechung der Kette: Die Impfung.

Impfen macht das Immunsystem kaputt.

Nö. Impfen nutzt das Immunsystem, und zwar genau in der Art und Weise, wie es genutzt werden will.

Was ist das Immunsystem überhaupt? Es ist sozusagen die moderne Medizin der Evolution. Es sitzt nirgendwo und überall, man kann es als solches nicht sehen, trotzdem ist es da. Es besteht aus Organen, aus bestimmten Typen von Körperzellen (zum Beispiel den weißen Blutkörperchen) und auch aus freien chemischen körpereigenen Verbindungen. Es verändert seinen Zustand aufgrund vielfacher Einflüsse. Seine Funktion ist vor allem, reaktionsfähig auf „Eindringlinge“ in den Körper zu sein. Vor allem aber: Es ist in hohem Maße lernfähig. Eine Infektion mit Viren oder  Bakterien veranlasst es zur Bildung von Antikörpern, die dann beim nächsten Mal entweder direkt schützen oder -da bereits bekannt- sofort produziert werden können.

Und nein, es ist KEIN Vorteil, wenn das Immunsystem gezwungen wird, auf ein volles Krankheitsbild zu reagieren. Es wird dadurch -wie der ganze Organismus- geschwächt. Wollt ihr, liebe Impfskeptiker, wirklich einem hoch fiebernden, an Organsymptomen leidenden, womöglich in Lebensgefahr schwebenden Patienten erzählen, der Vorteil sei aber, dass sein Immunsystem gestärkt werde? Ganz im Gegenteil. Mehrere durch Wiederholung verifizierte Studien haben gezeigt, dass z.B. eine Maserninfektion bis zu zehn Jahre lang die Funktion des Immunsystems beeinträchtigen kann, und zwar nicht nur bei Masern, sondern bei allen Arten von Krankheitserregern. So kann nach einer Maserninfektion eines ungeimpften Kindes beispielsweise eine Keuchhusteninfektion im nächsten Jahr sehr kritisch verlaufen, weil das Immunsystem noch auf dem Zahnfleisch geht.

Eine Impfung setzt einen Reiz, der gerade so stark ist, um eine Abwehrstrategie zu entwickeln und im „Gedächtnis“ des Immunsystems  Informationen über den viralen Erreger und die nötigen Bekämpfungsstrategien zu speichern. Das genügt. Eine volle Infektion mit dem gesamten Krankheitsbild beansprucht naturgemäß das Immunsystem weitaus mehr. Eine ganz einfache und logische Sache.

Noch schnell ein Zitat des international renommierten Immunologen Prof. Dr. Beda Stadler:
„Jeder von Ihnen, der eine Banane isst, löst mehr Immunreaktionen im Körper aus, als wenn er sich impfen lässt.“

Impfen ist DIE Melkkuh der bösen Pharmaindustrie.

Argumente mit dem Wort „Pharmaindustrie“ zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass die verschiedenen Varianten sich immer heftig widersprechen, was in der Szene keiner zu merken scheint. Aber das ist ein besonderes Thema. Hier nun speziell zum Impfen:

Weder für die Pharmaindustrie noch für die Ärzte sind Impfungen ein sonderlich lohnendes Geschäft. Die einzelne Impfdose der empfohlenen Standardimpfungen kostet wirklich nicht die Welt, und von dem, was der Arzt an einer Impfung verdient, käme bei einer Fast-Food-Kette nur ein sehr bescheidenes Mahl herum. Und dass für eine Leistung auch gutes Geld fällig ist, scheint nur in Bezug auf die Pharmaindustrie eine Besonderheit zu sein…

Was aber dieses Argument so lächerlich macht, ist der Umstand, dass die Pharmaindustrie an der Behandlung der Krankheiten, die durch die Impfungen massiv zurückgedrängt werden, ungleich mehr verdienen würde. Impfungen haben einen hohen, gut nachgewiesenen volkswirtschaftlichen Nutzen. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis im Hinblick auf die Vermeidung von Behandlungskosten wird bis zu 1:90 angegeben, dabei sind ethische und soziale Gesichtspunkte noch nicht berücksichtigt.(Quelle: http://flexikon.doccheck.com/de/FlexiEssay:Klinische_Pharmakologie)
Ein einziger klinischer Fall von Masernkomplikation dürfte der Pharmaindustrie mehr einbringen als das Durchimpfen von fünfhundert Schulklassen. Also müsste die Pharmaindustrie doch daran interessiert sein, die Sache mit der Impfung zu verhindern statt zu fördern, oder nicht?

Ach ja, ich vergaß… Impfungen wirken ja eh nicht …

Ich vergifte mein Kind doch nicht mit Quecksilber!

Wenn man mal so den Kreuzzug der Impfgegner in Sachen Thiomersal, einem Zusatz zur Haltbarmachung von Impfstoffen, verfolgt, so hat man das Gefühl, dass es mit dem Chemieunterricht in unserem Land nicht weit her sein kann…

Immerhin ist schon mal hängengeblieben: Quecksilber ist giftig. Deshalb ist das heute auch nicht mehr im Fieberthermometer. Ist ja schon mal was. Und was noch wohlbekannt ist: Thiomersal. Das ist QUECKSILBER!!!

Thiomersal, C9 H9 Hg Na O2 S. Eine komplexe Verbindung, das Natriumsalz einer Quecksilber-Kohlenstoff-Verbindung. Die völlig andere chemische Eigenschaften hat als reines Quecksilber. Überwiegend übrigens in Kosmetika eingesetzt, die damit ohne Warnhinweis gehandelt werden dürfen (da als harmlos eingestuft) und die die besorgte Impfmama sich bedenkenlos ins Gesicht schmiert.

Abgesehen davon, dass eine chemische Verbindung völlig andere Eigenschaften aufweist als die darin enthaltenen Elemente (das ist das, was die Chemie so interessant macht): Was ist drin in Thiomersal?:
Neun Atome Kohlenstoff, neun Atome Wasserstoff, ein (!!) Atom Quecksilber, zwei Atome Sauerstoff, ein Atom Schwefel. So gesehen, hat das Quecksilber eh 21:1 verloren…
Schon mal drüber nachgedacht, dass Kochsalz -NaCl- nach den Gedankengängen der Impfgegner höchstgradig giftig sein müsste, denn es enthält das hochgiftige Metall Natrium und das giftige Reizgas Chlor, zu gleichen Teilen!

Und wozu die ganze Aufregung? In den in Deutschland verwendeten Standardimpfstoffen ist schon seit vielen Jahren kein Thiomersal mehr drin. Warum nicht? Ganz einfach, wird nicht mehr gebraucht. Wieso das? Na, heute sind die Impfdosen unter Luftabschluss in Einmalampullen verpackt, früher kamen sie Injektion für Injektion aus der Flasche, bis die leer war. Sollte wohl einleuchten, dass da mehr Zusätze erforderlich waren, um die Haltbarkeit sicherzustellen.

Ich erkläre die Quecksilbernummer damit für erledigt.

Kinderkrankheiten sind natürlich, sie bringen den Kindern einen Reifeschub.

Krankheiten, im Besonderen Kinderkrankheiten, zu natürlichen und deshalb gar wünschenswerten Vorgängen zu erklären, ist ein Ausfluss eines völlig falschen Begriffs von Natürlichkeit. Er beruht auf einer romantischen Verklärung des Naturbegriffs, auf der Wunschvorstellung vom Reinen, Unberührten, Guten und Schönen. Eigentlich sollte jedem klar sein, dass das ein Luftschloss ist. Fragt einfach mal einen Farmer aus den US-Südstaaten, wie natürlich er es findet, dass er jedes dritte Jahr sein Haus durch einen Tornado verliert. Oder die Menschen in Ostafrika, für wie natürlich sie eine dreijährige Dürre ohne einen Tropfen Regen halten. Oder einfach nur eine ganz normale Großstadtfamilie hier bei uns, wie sie zur Natur steht, wenn sie sich bei zunehmend schlechtem Wetter schlicht im Bayerischen Wald verlaufen hat.

Die Natur greift uns als Lebewesen von allen Seiten und auf vielen Ebenen an. Die Natur als solche hat kein Interesse an unserem individuellen Dasein. Unser Dasein, unsere Lebensexistenz hängt stets an einem dünnen Faden. Von sich aus tut uns die Natur nichts Gutes.

Sie greift uns auch mit Krankheiten an. Nicht, um uns damit „stärker zu machen“ oder „Kinder reifen zu lassen“. Bakterien greifen uns an, weil sie in unserem Körper gute Bedingungen für die eigene Vermehrung finden, leider auf Kosten unserer Gesundheit.  Bei Viren ist das auch nicht groß anders, nur dass Viren keine Lebewesen, sondern Erbgutbruchstücke sind, die sich nur vermehren können, wenn sie dafür eine Wirtszelle als „Medium“ benutzen – was zwangsläufig auch nicht gesund für den Wirt ist. Beide fahren damit „nur“ ihr Überlebensprogramm- und scheren sich dabei nicht um die Folgen für den Wirt bzw. den Überträger. DAS ist natürlich.

Hört mit dieser verrückten pseudoromantischen Verklärung des „Natürlichen“ auf. Seid froh über die Errungenschaft der Impfung, die die Kindersterblichkeit innerhalb von hundert Jahren um unfassbare Größenordnungen gesenkt hat.

Dass Aluminium total schädlich ist, weiß doch jeder – schon aus der Deo-Werbung!

Tja. Das ist wieder ein anderes Kapital als die Quecksilber-Sache, die sich irgendwie als Selbstläufer verbreitet hat. Hier haben wir nämlich einen Fall, wo durch einen selbsternannten Experten aus purem Eigennutz eine unhaltbare Propaganda aufgezogen worden ist, die schändlicherweise bei vielen Menschen die Unsicherheit in Sachen Impfen erheblich verstärkt hat. Übelste Panik- und auch Geschäftemacherei. Die Naivität und Uninformiertheit eines an sich renommierten Fernsehsenders hat damals dieser Geschichte leider auch noch breite Öffentlichkeit verschafft. Die Geschichte breite ich hier nicht groß aus, es gibt im Internet hierzu viele Materialien. Einen Einstieg findet man zum Beispiel beim verdienstvollen Psiram-Portal, unter
https://blog.psiram.com/2013/08/angst-essen-verstand-auf-oder-die-akte-aluminium-von-bert-ehgartner/.

In der Tat gibt es Impfstoffe, in denen Aluminiumverbindungen enthalten sind. Der Grund ist, dass manche Impfungen ohne Aluminiumsalze nicht wirksam wären, sie werden als eine Art Katalysator zur Wirkungsfreisetzung im menschlichen Körper gebraucht.. Das Europäische Arzneihandbuch schreibt einen Grenzwert von 1,25 Milligramm Aluminium pro Impfdosis fest. Die in Deutschland zugelassenen Impfstoffe unterschreiten diesen Grenzwert gewaltig, um bis zu 90 Prozent: Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) beziffert deren Aluminiumanteil auf zwischen 0,125 und 0,82 Milligramm je Impfdosis.. In der MMR-Standardimpfung ist gar kein Aluminium enthalten.

Wie aber steht es, mal von alledem abgesehen, von der Gesundheitsschädlichkeit dieser Aluminiumanteile insgesamt?

Die Aluminiumwarner behaupten -neben allerlei widerlegtem bzw. völlig unbelegtem Blödsinn, siehie den Psiram-Artikel- in letzter Zeit vor allem, dass die „belasteten“ Impfdosen makrophagische Muskelentzündung (MMF) auslösen können. Es gibt jedoch keine Hinweise darauf, dass Aluminiumhydroxid maßgeblicher Auslöser für MMF , eine sehr seltene, erstmals 1998 aufgetretene Krankheit übrigens, ist. Das Paul-Ehrlich-Institut ist auch die Überwachungsstelle für gemeldete Impfschäden. Als solches betont es,  dass sich „auch aus der regelmäßigen Auswertung der Verdachtsfälle von Impfkomplikationen […] kein Risikosignal für MMF und systemische Reaktionen nach aluminiumhaltigen Impfstoffen […] ergibt.“ Es ist schon so, dass in der Nähe von Einstichstellen auch „eingekapselte“ mikroskopische Aluminiumhydroxidkristalle gefunden werden können. Da lag es zwar nahe, auch einen Zusammenhang mit lokal auftretender MMF zu vermuten. Nur – diese Vermutung blieb unbestätigt. Dies hat bereits 2003 die zuständige Kommission der Weltgesundheitsorganisation festgestellt und 2008 aufgrund weiterer Untersuchungen ausdrücklich nochmals unterstrichen. Vielleicht sollte auch nicht unerwähnt bleiben, dass Aluminiumhydroxid seit über 80 Jahren als Impfstoff-Adjuvans verwendet wird, früher in weitaus höheren Dosen als heute…

In sehr seltenen Fällen gibt es eine Kontaktallergie auf Aluminium, die sich aber nur in einer kurzfristigen Rötung der Kontaktstelle bemerkbar macht und damit um ein Vielfaches geringer ist als z.B. die durch Brennnesseln ausgelöste Kontaktreaktion. Wer Genaueres wissen möchte, findet dies hier:
http://www.pei.de/DE/infos/fachkreise/impfungen-impfstoffe/faq-antworten-impfkritische-fragen/impfung-aluminium/impfung-aluminium-node.html

Trotz alledem wird weiter auf der angeblichen krankheitsauslösenden Wirkung von Impfdosen mit Aluminiumhydroxid herumgeritten. Das ist fast vergleichbar mit der alten Geschichte, wonach Impfungen Autismus auslösen würden. Wer diese Sache nicht oder nicht mehr im Hinterkopf hat: Der Verantwortliche, eine gewisser Dr. Andrew Wakefield, musste nach scharfer Kritik seine Studie zurückziehen und sogar einräumen, Ergebnisse manipuliert zu haben. Außerdem kam raus, dass er von Anwälten, die Prozesse gegen Impfmittelhersteller wegen des angeblichen Autismus-Risikos führten, auch noch recht großzügig geschmiert worden war. Ihm wurde Berufsverbot erteilt, was ihn nicht daran hindert, bis heute -vor allem in den USA- mit seinen auf übelste Art und Weise zustande gekommenen Thesen hausieren zu gehen.Er dürfte so manche vermeidbare impfpräventable Krankheit, vor allem in Großbritannien, auf dem Gewissen haben.

Nebenbei ist Aluminium das in der Erdkruste mit Abstand am häufigsten vorkommende Metall. Wir werden alle sterben!

Das Risiko von Impfschäden ist viel zu groß, mein Kind soll lieber natürlich krank werden!

Die Sache mit der Natürlichkeit haben wir oben ja schon erledigt. Deshalb hier noch der Teil mit den Impfschäden.

Wie schon erwähnt, sind Impfschäden und der Verdacht darauf meldepflichtig. Das Paul-Ehrlich-Institut führt die Daten zusammen, beurteilt im Einzelfall, ob tatsächlich ein Impfschaden vorliegt und behält den Gesamtüberblick, um die eigentlichen, über die Meldung von Einzelfällen hinausgehenden Alarmzeichen erkennen zu können: Die Häufung von gleichen Symptomatiken in gleichen Alterskohorten. Immerhin garantiert der Staat, auch wenn er derzeit keine Impfpflicht verhängt hat, den Ersatz für Schäden, falls solche die im Rahmen der empfohlenen Schutzimpfungen auftreten sollten. Irgendwelche Warnrufe oder sonstige spektakuläre Äußerungen des PEI hat man sehr lange Zeit nicht vernommen.

Es gibt aber noch andere „Überwacher“, nämlich das eine oder andere Portal im Internet, das sich tatsächlich oder angeblich mit der „Dokumentation von Impfschäden“ und womöglich mit der „Interessenvertretung von Geschädigten“ befassen. Auf diesen Seiten findet man manche Erlebnisberichte, die durchaus auch traurige Schicksale beschreiben. Was man aber durchweg nicht findet: Fälle, bei denen die Kausalität, also der ursächliche Zusammenhang zwischen Krankheit bzw. Behinderung und Impfung belegt ist. Wie auch. Die kann man nur beim PEI finden. Was man aber noch findet – fanatische Impfgegnerschaft. Leider.

Kurz und knapp: Das Risiko eines Impfschadens ist um mehrere Zehnerpotenzen kleiner als das Risiko, eine ernsthafte Komplikation einer impfpräventablen Krankheit zu erleiden.

Herdenschutz ist Quatsch, gibt es gar nicht!

Das hört man von vielen Impfgegnern. Ein Einwand, den ich eigentlich nie habe nachvollziehen können (und ich bin schon einiges gewohnt).

Es scheint so zu sein, dass das Konzept des Herdenschutzes wohl wirklich weitgehend intellektuell nicht verstanden wird. Wenn ich höre und lese, wie sich manche Leute mit ihrer eigenen Gesundheit und der ihrer Kinder brüsten und gleichzeitig den Begriff des Herdenschutzes lächerlich machen, vergeht mir jede gute Laune. Sie profitieren vom Herdenschutz und leugnen ihn gleichzeitig.

Deshalb hier noch einmal eine ganz einfache Erklärung. Wie oben schon ausgeführt, besteht die einzig erfolgversprechende Taktik der Abwehr von epidemiologischen Viruserkrankungen darin, zu verhindern, dass eine ununterbrochene Kette potenziell ansteckungsfähiger Menschen entsteht. Dies erreicht man durch ein Netz der Immunisierung durch Impfung. Dies wiederum setzt aber voraus, dass ein hoher Prozentsatz der Population (den man berechnen kann) wirklich immunisiert sein muss. Wird das Netz an zu vielen Stellen löchrig, entstehen Brücken, über die hinweg das Virus wieder eine Kette bilden und sich damit epidemisch, also durch fortlaufende Ansteckung, verbreiten kann. Dann ist Schluss mit Herdenschutz. Dann trifft es die nicht Immunisierten. Und dazu gehören nun nicht einmal nur die Impfgegner, sondern auch Menschen, die aus verschiedensten Gründen nicht immunisiert werden können. Und für deren Ansteckung trägt derjenige die Verantwortung, der mit seinem gleichgültigen Verhalten dazu beigetragen hat, das Netz der Immunisierung zu durchlöchern.

Auch Impfgegner geraten in eine veritable Panik, wenn zum Beispiel ein Ebolafall bekannt wird, der nach Deutschland eingeschleppt wurde. Alle sind froh, wenn der Betroffene und seine Kontaktpersonen so schnell wie möglich in die Seuchenquarantäne gesteckt werden. Warum eigentlich? Ganz einfach. Weil es für diese Virusinfektion keine Durchimpfung hier bei uns gibt. Und damit auch keinen Herdenschutz. Was ja eigentlich einen gestandenen Impfgegner nicht groß beunruhigen dürfte…

Bitte mal intensiv drüber nachdenken.

Und der derzeitige Hit:
Mein Kind gehört mir! Ich treffe meine selbstverantwortliche Impfentscheidung!

Das Kind „gehört“ mir keineswegs, ich trage nur Verantwortung für es. Nur… Nie steht man der Verantwortungslosigkeit näher als in dem Moment, wo man glaubt, eine verantwortliche Entscheidung zu treffen.

Bei einer so gut erforschten und unglaublich erfolgreichen  Maßnahme wie dem Impfen -jedenfalls bei den offiziell empfohlenen Schutzimpfungen- tritt der Aspekt der individuellen Abwägung von Chancen und Risiken doch eindeutig in den Hintergrund. Sobald ich die Berechtigung einer solchen Chancen-Risiken-Abwägung für durchweg nicht- bis desinformierte medizinische  Laien bejahe, überschreite ich die Grenze zur Irrationalität. Ich glaube nicht, dass z.B. ein Facharzt oder ein Immunologe von einer individuellen Chancen-Risiken-Abwägung sprechen würde, wenn er seine Kinder zum Impfen bringt.

Die offiziellen Impfempfehlungen beruhen auf vielfach gesicherten epidemiologischen Daten, die die Chancen-Risiko-Abwägungen sozusagen eingebaut enthalten. Wer glaubt, ungeachtet dieser vielfach abgesicherten Empfehlungen als Laie  eine „individuelle Impfentscheidung“ treffen zu können, der handelt -höflich ausgedrückt- schlicht irrational und damit verantwortungslos. Es kann allenfalls die Aufgabe eines kundigen Arztes sein, im Einzelfall zu prüfen, ob möglicherweise eine Kontraindikation vorliegt. Das wird der Impfarzt auch tun, gern auch ein anderer Arzt des Vertrauens. Dagegen ist überhaupt nichts einzuwenden.

Ich glaube übrigens persönlich gar nicht, dass es individuelle Impfentscheidungen vor einem solchen scheinrationalen Hintergrund überhaupt in nennenswertem Umfang gibt. Abgewogen wird doch nicht, allenfalls abgeurteilt:  Kinderkrankheiten gibt es entweder gar nicht, nicht mehr, sind harmlos oder gar nützlich; Impfungen sind wahlweise Goldesel für die Pharmaindustrie, Maßnahme zur Ausrottung des Volkes oder widersprechen der natürlichen Lebensweise. Ich hoffe sehr, dass ich einiges von diesen immer wiederkehrenden Irrtümern und Fehldeutungen hier habe geraderücken können.

_____________________________

Zum Schluss noch einmal ein Zitat von Prof. Dr. Beda Stadler:
„Es gibt kein Menschenrecht auf Ansteckung von anderen Menschen.“

Liebe Impfgegner, schreibt euch das hinter die Ohren. Werft eure irrationalen Feindbilder über Bord und lasst euch überzeugen. Es geht um unsere Kinder.

8 Gedanken zu “„Erstaunlich an den Gegnern des Impfens ist vor allem, dass es sie gibt.“ (Ärztezeitung) Ein Zwischenruf.

  1. Ich vermisse noch den klassischen Denkausschalter „Warum haben die Impflinge™ so viel Angst vor Ungeimpften, wo doch die Impfungen angeblich so gut schützen? Doch nicht ganz wirksam?“ (hier den Schmäili der Wahl einfügen).

    Ansonsten eine klasse Zusammenstellung der Argumente. Das Problem ist: Impfleugner haben meistens eine ausgeprägte Fakten-Multiresistenz entwickelt – oder sich diese, nun denn, impfen lassen…

    Gefällt 1 Person

    • Ja, das ist eine Unterabteilung des „Herdenschutz gibt es nicht“-Arguments. Ich hatte ja schon überlegt, die „Argumente“ der Impfgegner in Form einer hierarchischen Grafik darzustellen… Landscape of Bullshit sozusagen. Wäre aber zu groß geworden, nur für Leute mit drei Bildschirmen lesbar. 😉
      Danke für den Kommentar und vor allem fürs Lesen!

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  2. Pingback: Psiram » Psirama – Der Psiram-Wochenrückblick (KW 40, 2016)

  3. Eine interessante Darstellung des „Herdenschutzes“ im Versuch fand ich auf der Seite „Quarks & Co. vom 18.10.2016. Einfach, aber sehr anschaulich. Ich bin typisches DDR-Kind (1960 geboren). Wir wurden immer geimpft. Das gehörte einfach dazu. Heute wohnen auch in meiner Nachbarschaft Impfgegner, denen mit rationalen Argumenten leider nicht beizukommen ist. Hat meiner Meinung nach auch etwas mit naturwissenschaftlicher Bildung zu tun. (Auch die durfte ich in meiner Jugendzeit genießen.)

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    • Ja, gerade das Thema des Herdenschutzes wird nach meinem Eindruck überhaupt nicht verstanden, das schrieb ich ja auch in dem Beitrag. Generell ist die Unfähigkeit, in Zusammenhängen zu denken. eines der Grundprobleme der Pseudomedizingläubigen (wozu ich auch die Impfgegner zähle). Ich habe schon öfter erlebt, dass auch eine vergleichsweise simple Erklärung des Herdenschutzes auf völliges Unverständnis stieß. Da kann ich nur zustimmen – der Anstieg der Eso- und Pseudofraktion ist zweifellos zu einem guten Teil ein Bildungsproblem.
      Danke für den Kommentar!

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  4. Pingback: Das Robert-Koch-Institut zu den aktuellen Impfratenerhebungen: Ein Trauerspiel – Keine Ahnung von Garnix

  5. Pingback: Übrigens… – Keine Ahnung von Garnix

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