Homöopathie und Impfen

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Wirklich nichts Homöopathisches? Das würde den Pieks nicht lohnen…

Äh… echt jetzt?

Aber ja! Wusstet ihr noch nicht, dass die Homöopathen das Impfen erfunden haben und dass das Impfen sogar die Homöopathie beweist?

Nein? Dann impformier ich euch mal:

Similia similibus curentur. Ähnliches heilt ähnliches. Der Grundstein der homöopathischen Lehre. 

Ja seht ihr, ihr ignoranten Allopathen, da haben wir es doch! Ihr impft doch genau mit dem, was die Krankheit erzeugt, vor der ihr schützen wollt! Sagt ihr doch selbst! Also bitte – oder vielmehr danke, denn damit bestätigt ihr Hahnemann ja wohl komplett. Mit dem nach eurer eigenen Aussage erfolgreichsten Methode der „modernen Medizin“. Wir impfen ja auch, homöopathisch! Na, und jetzt?

Gemach, lieber Homöopath.

Es gibt keine homöopathische Prophylaxe und es kann keine geben.

Ich hätte da gleich zu Anfang einen klitzekleinen Einwand, der eigentlich schon reichen dürfte, eure schöne zuckersüße Wunschwelt zum Einsturz zu bringen. Nämlich:
Der Impfende „heilt“ nicht. Er betreibt medizinische Prophylaxe, womit ihr Homöopathen nix, aber auch gar nix zu tun habt.

Laut Hahnemann ist die Homöopathie eine Heilkunst auf der Grundlage einer Arzneimittellehre. Einen näheren Begriff von Krankheit, von deren Entstehung und Verlauf, hatte Hahnemann nicht. Im Gegenteil, er war klar der Auffassung, dass von der „Krankheit“, der „verstimmten Lebenskraft“, nur die Summe der außen sichtbaren Symptome „zu wissen sei“, mehr nicht. Um möglichst viel über die „verstimmte Lebenskraft“ zu erfahren, hielt er seine Jünger an, den Kranken (!) bis ins letzte Detail zu seiner Befindlichkeit zu befragen, damit nur ja das Mittel gefunden werden könne, das der verstimmten Lebenskraft exakt entgegenwirken möge. Akutbehandlung sozusagen (§ 17 und 18 Organon).

Wo bitte soll in diesem Modell ein Platz für eine Prophylaxe, eine medizinische Vorbeugung vor Erkrankungen sein? Wo der Meister doch postulierte, dass die Krankheit „an sich“ nichts anderes sei als die „verstimmte geistige Lebenskraft“, von der nicht mehr als das Symptombild am Kranken erkennbar sei? Wenn ich etwas geraderücken will, muss es erst mal schief sein. Sollte klar sein. Also, merken: In der Homöopathie gibt es keinerlei Raum für eine vorbeugende Behandlung. Ähnlich wie bei anderen zeitgenössischen „Therapien“, wie dem Mesmerismus. All diese Dinge machen sich am Akutzustand des Erkrankten fest, Ätiologie -die Lehre von Entstehung und Verlauf von Krankheiten- spielt weder bei der Homöopathie noch beim Mesmerismus eine Rolle.

Bei dem Wort Immunisierung wäre Hahnemann vermutlich eh schon dem Schlagfluss erlegen. Denn die Krankheit als solche kennt man nicht, und gegen Symptome immunisiert man nicht. Nebenher: Falls jemand sauer ist, dass man die seriöse Hahnemannsche Methode mit dem magnetischen Mesmerismus, diesem okkulten Blödsinn, vergleicht: Hahnemann fand das echt gut. Eng verwandt mit seinen Vorstellungen. So eng, dass er selbst homöopathische Prüfungen mit Magneten betrieb, eine Unmenge von „Symptomen“ fand und die auch noch unterschiedlich nach Nord- und Südpol. Lang und breit zu finden im Organon des Meisters, §§ 286 ff.  Bis so weit hinten scheint kaum jemand zu lesen…

Zudem bleibt bei der Annahme, die Impfung sei der Homöopathie ähnlich und auch die Homöopathie könne impfen, das Prinzip der Individualität bei Hahnemann unbeachtet. Er verwarf jede Ätiologie, jede systematische Lehre von Ursachen und Verlauf von Krankheiten, zugunsten der höchst individuellen „Verstimmung der geistigen Lebenskraft“ im einzelnen Patienten. Wo sollte da geimpft oder vorgebeugt werden? in § 54 des Organon kritisiert er die Allopathen scharf und ausdrücklich dafür, dass „man die Krankheiten für Zustände ausgab, die immer auf ziemlich gleiche Art wieder erschienen.“ Na, wenn es keine „auf ziemlich gleiche Art“ wiederkehrenden Krankheiten gibt, dann kann man ja jede vorbeugende Impfung eh vergessen…

Ein paar winzige Details noch, und wir sind schon fertig…

Kommen wir noch mal auf das similibus hocuspocus zurück. Wer so argumentiert wie unser stolzer Homöopath zu Anfang, der hat den Impfmechanismus entweder gar nicht oder aber grundsätzlich missverstanden.

Die Impfdosis, das Mittel, das verabreicht wird, wirkt selbst nicht schützend. Es löst vielmehr eine Immunreaktion im Körper aus, veranlasst diesen, Antikörper gegen die ins Auge gefasste Erkrankung – und gegen die Impfdosis! zu bilden. ANTIkörper. Die „wirken“ dann „gegen“ die später vielleicht in den Körper gelangenden Krankheitserreger. Nun, was sagte Hahnemann doch gleich über die bösen Allopathen, die mit „Anti“-Mitteln die Menschen vergifteten?

Es überzeugt uns aber jede reine Erfahrung und jeder genaue Versuch, daß von entgegengesetzten Symptomen der Arznei (in der antipathischen, enantiopathischen oder palliativen Methode) anhaltende Krankheitssymptome so wenig aufgehoben und vernichtet werden, daß sie vielmehr, nach kurzdauernder, scheinbarer Linderung, dann nur in desto verstärkterem Grade wieder hervorbrechen und sich offenbar verschlimmern (siehe § 58 – 62 und 69).“ (§ 23 Organon).

Der richtig betrachtete Impfmechanismus ist deshalb kein Zeuge und auch kein Bundesgenosse für die Homöopathie, sondern einer der zahlreichen Kronzeugen gegen sie.

Ein wenig historischer Exkurs muss noch sein.

Gelegentlich weisen die Hahnemann-Jünger auch auf dessen Erwähnung der Jennerschen Pockenimpfung im Organon hin. Dies lässt jedoch keine anderen Schlüsse zu als die oben ausgeführten. Wir wollen eine Antwort aber auch hier nicht schuldig bleiben.

Hahnemann waren die frühen Versuche, mit Kuhpocken zu impfen, durchaus bekannt. Er erwähnt Jenner und seine Erfolge durchaus, erkennt aber -tragischerweise- nicht den darin steckenden Ansatz einer sinnvollen Ätiologie und verfolgt Jenners Gedanken nicht weiter, ja, geht erstaunlicherweise ohne Umschweife über ihn hinweg – zugunsten einer fragwürdigen Begründung seiner Ähnlichkeitsregel mit „Heilung durch Krankheit“. Er entwickelt nicht etwa den Gedanken einer Immunisierung weiter, sondern ihm geht es um etwas ganz anderes. Dies zeigt die Erwähnung einer Reihe anderer Erkrankungen neben den Pocken ausschließlich im Zusammenhang, mit  der vorgeblichen Heilung oder Linderung von Symptomen, die der ausgebrochenen Krankheit ähnlich sind, aber schon vorher da waren. Hahnemann führt in § 46 des Organon, der auch die Erwähnung Jenners enthält, eine Reihe von Beispielen auf, etwa die „homöopathische Heilung“ von alten Hautaffektionen, Blindheit, ruhrähnlicher Zustände und sogar Hodenquetschungen durch die Pocken, Wechselfieber, Keuchhusten und fleckenartige Hautausschläge durch Masern (ihm waren bei den Masern „ätiologisch“ nur die Hautausschläge, die er als Hauptsymptom ansah, wichtig).

Nein, Hahnemann kann bei alledem ganz sicher nicht als einer der Väter der modernen Immunologie, auf der die Schutzimpfungen beruhen, gesehen werden. Im Gegenteil – er hat Jenners Ergebnisse nicht aufgenommen und nicht weitergedacht. Er begann statt dessen mit den „Blindversuchen“ bei der Arzneimittelprüfung am Menschen, wahllos alle möglichen und unmöglichen Stoffe durchzuprobieren (was seine Jünger heute noch tun) – was zeigt, dass er den Jennerschen Gedanken, dass die Auslöser einer (Infektions-)Krankheit im Kranken, bei der Krankheit, zu suchen seien, überhaupt nicht in Betracht zog.

Gleichwohl betrachtete er, wenn man ihn fragte, die Vaccination mit Kuhpockenlymphe als „Homöopathie“ – hatte also offensichtlich seine eigenen Maßstäbe nicht recht durchdacht. An begeisterten bis unkritischen Jüngern hat es Hahnemann nie gefehlt, und so kam es dazu, dass auch August Bier, der rührige Homöopath, der an der Universität Berlin einen homöopathischen Lehrstuhl durchgesetzt hatte (der später wegen fehlender positiver Ergebnisse wieder geschlossen wurde), dies ebenfalls für Homöopathie hielt und propagierte. Schon 1930 ließ sich die Münchner Medizinische Wochenschrift darüber folgendermaßen vernehmen:

Würde Bier einen Pockenkranken vaccinieren – entsprechend dem Similia similibus- wäre das Ergebnis vielleicht katastrophal. Es ist also für den Similebegriff entstellend, die Allergielehre (gemeint ist die Immunologie, die damals noch in dem Begriff Allergielehre aufging, UE) auf dem oben geschilderten Umweg der Homöopathie zunutze machen zu wollen, so als wäre Prophylaxe gleichbedeutend mit Therapie. Gemäß dem Similia similibus curantur soll doch ein Leiden oder ein Krankheitszustand – nicht ein Gesunder behandelt werden. Offensichtlich wollen die Homöopathen durch Inanspruchnahme serologischer Phänomene nur die Wirksamkeit kleiner und kleinster Dosen beweisen. Die Gedankengänge sind hier von ihnen weit gespannt worden.“

Mist. Wieder nix.

Immunsystem = Hahnemanns „geistartige Lebenskraft“?

Und kommt mir jetzt bloß nicht noch mit der Gleichsetzung des Immunsystems mit Hahnemanns „geistiger Lebenskraft“. Dann seid ihr aber richtig draußen. Zunächst einmal ist das Immunsystem nichts „Geistartiges“, sondern ganz handfest materiell und interagiert -auch bei der Impfung- auf materieller Basis. Das Immunsystem ist eine sehr komplexe Teilfunktion des Körpers, die aber keineswegs die Eigenschaften hat, die Hahnemann in seiner Vorstellung dem „Princip der geistigen Lebenskraft“ zuschrieb:

Der materielle Organism, ohne Lebenskraft gedacht, ist keiner Empfindung, keiner Thätigkeit, keiner Selbsterhaltung fähig; nur das immaterielle, den materiellen Organism im gesunden und kranken Zustande belebende Wesen (das Lebensprincip, die Lebenskraft) verleiht ihm alle Empfindung und bewirkt seine Lebensverrichtungen.“ (§ 10 Organon)

Macht doch euren Hahnemann nicht kaputt, sag ich doch immer.

Noch einen obendrauf…

Hahnemann wollen wir mal gar nicht in die Verantwortung nehmen für diese Irrwege des „homöpathischen Impfens“. Wie beispielsweise auch bei der Homöopathie für Tiere, ist das eine Entwicklung von Exegeten, die offenbar die Homöopathie zum „Stein der Weisen“ -dem alles heilenden und verbessernden Mittel- hochstilisieren wollten.

Die homöopathische Impfung ist  von einem Doktor Lux schon in den 1820er Jahren „erfunden“ worden. Er kombinierte die Immunisierung nach Jenner mit dem homöopathischen Prinzip. Unbekümmert um die Unmöglichkeit einer homöopathischen Prophylaxe stellte er nach homöopathischen Grundsätzen -also durch Potenzierung- Mittel aus Blut und Ausscheidungsprodukten kranker Tiere her, die er dann verabreichte. Kurz darauf prägte der amerikanische Arzt Hering für diese besondere Form der „homöopathischen Zubereitung“ den Begriff „Nosoden“ (nach dem griechischen Wort für Krankheit). Es gibt heute serologische wie pathologische Nosoden (aus Sekreten oder aus Organen gewonnene), dazu auch die Sonderform der Eigenblutnosode.  „Nosodenimpfung“ erfolgt meist in der Form von C200-Globuli nach „Impfplänen“. Es wird sogar die Nosodenimpfung gegen Tropenkrankheiten empfohlen, ebenso die parallele Anwendung zu Pflichtimpfungen, auf diese soll mit der „Nosodenimpfung“ „vorbereitet“ werden.

Es sei als Groteske am Rande erwähnt, dass die Hersteller die Ungefährlichkeit ihrer Nosodenpräparate betonen, indem sie darauf hinweisen, dass „dank der homöopathischen Aufbereitung bereits in Tiefpotenz von C6 das Vorkommen eines einzigen Erregers in der Nosode unwahrscheinlich ist, so dass der Erreger sich unter keinem denkbaren Umstand mehr reproduzieren könnte“ (Paracelsus-Magazin, 03/2009). Zudem sei durch die Sterilisierung (sic!) bei der Herstellung die Erkrankungsgefahr ausgeschlossen. Womit klar ist: Auch hier geht es nicht um eine physiologische, sondern wieder einmal um die „geistartige“ Wirkung. Keine Angst, wir garantieren für die völlige Wirkungslosigkeit!

So richtig verstanden scheint das Impfprinzip in Homöopathiekreisen auch gar nicht zu sein. So schreibt das Paracelsus-Magazin (aaO): „Eine homöopathische Nosoden Prophylaxe verhindert nicht ein Ausbrechen der Krankheit wie es beispielsweise die schulmedizinischen Impfungen versprechen, vielmehr wird der Organismus auf die entsprechende Erkrankung eingestimmt, sodass er bei einer Infektion zielgerichtet reagieren kann.“ Ach. Ich hatte das eher umgekehrt im Kopf… man lernt nie aus.

Kurz: Die Kombination einer von vornherein unwirksamen Methode (Homöopathie) mit einer falsch angewandten, unwirksam gemachten Methode (Immunologie, Serologie). Nicht nur „Nix drin, nix dran“, sondern sogar „Alles muss raus“.

 

Das war’s dann wohl.

Seht ihr? Ist nichts mit der Erfindung der Impfung durch die Homöopathie und auch nicht mit der Impfung als Beweis für deren Richtigkeit. Genauso könntet ihr behaupten, von 1949 bis 1960 wären in der ehemaligen DDR keine Impfungen notwendig gewesen, weil der Staatspräsident Wilhelm Pieck hieß…

Insgesamt ein krasses Beispiel dafür, wie durch nicht reflektierte Analogieschlüsse (immer gefährlich, da der Mensch zum Denken in Ähnlichkeiten neigt) in Verbindung mit unkritischem Wunschdenken Aussagen entstehen, die dem unvoreingenommenen Leser oder Zuhörer zunächst recht plausibel erscheinen. Aber Descartes‘ berühmter Ausspruch heißt ja auch „Ich denke, also bin ich“ und nicht „Mir fällt was ein, ich hab recht!“

 

 

Bildnachweis:
1: dreamstime_xs_29221607


5 Gedanken zu “Homöopathie und Impfen

  1. Sehr geehrter Herr Endruscheit,

    mit Interesse habe ich Ihren Artikel über, wie Sie sich ausdrücken, homöopathisches Impfen gelesen. Ihren Ansatz, zwei so extrem unterschiedliche medizinische Praktiken in einem Artikel als unvereinbar zu benennen finde ich ulkig. Allerdings bitte ich Sie, dass Organon der Heilkunst noch einmal in der Absicht lesen, zu verstehen was mit den dort getroffenen Aussagen gemeint ist. Vielen Dank für die mühevoll zusammengeschriebene polemische Schmähung in Ihrem Artikel. Sie haben im Ansatz ja bereits versucht zu zeigen, aus welcher Literatur Sie ihre Informationen bezogen haben. Dabei stützen Sie sich sogar teilweise auf Primärquellen. Allerdings verlangt ein ernst gemeinter Diskurs, dass Sie sowohl Pro als auch Kontra mit geeigneter Literatur belegen. Weiterhin fehlen die Seitenangaben und ein Literaturverzeichnis aus dem jemand, der sich mit dem Thema beschäftigen möchte ersehen könnte, um welche Werke es sich genau handelt (Auflage, Autor, Editor, Erscheinungsjahr, Ort, etc).

    Mit freundlichen Grüßen
    Victor Sorgenfrei

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    1. Vielen Dank für Ihre Zuschrift!
      Zunächst, zur Vermeidung von Missverständnissen: Dieser Blog ist kein Forum für Veröffentlichungen, die in wissenschaftlicher Exaktheit mit Quellen- und Literaturverzeichnis daherkommen. Die Freiheit zur Polemik bei gleichzeitigem Anspruch auf korrekte Information nehme ich mir. Hauptsächlich deshalb, weil ich den Anstrich von Scheinwissenschaft, mit der die Homöopathie und ihre Abzweigungen sich gern umgeben, nicht auch noch fördern will. Denn genau diese Scheinwissenschaftlichkeit ist dafür verantwortlich, dass sich der Durchschnittsbürger überfordert fühlt, sich selbst ein Urteil über das Thema zu bilden.
      Der wissenschaftliche Nachweis der Haltlosigkeit der homöopathischen Methode haben längst Berufenere geführt. Mein bescheidener Anspruch mit diesem Blog ist, zu informieren, Anregungen geben dazu, die eigene Vernunft zu benutzen und sich darüber klar zu werden, dass man kein Wissenschaftler sein muss, um sich ein fundiertes Urteil über die Homöopathie zu bilden. Gerade der Impfartikel ist dazu hervorragend geeignet, denn er widerlegt das „homöopathische Impfen“, eine der vielen Abseitigkeiten, die unter dem Homöopathie-Etikett firmieren, aus Hahnemanns Ansatz selbst. Ansonsten stellen die Artikel meines Blogs, wie Ihnen vielleicht aufgefallen ist, einen Verbund dar, ein Vademecum, können und sollen daher im Zusammenhang gelesen werden. Einen Diskurs zu führen, beabsichtige ich durchaus nicht. Die Homöopathie ist, ganz im Sinne meines aktuellsten Artikels, gar kein Gegenstand für einen Diskurs.
      Nun gut. So ganz verständlich ist mir ihre Kritik allerdings nicht.
      Was meinen Sie mit „zwei so extrem unterschiedliche medizinische Praktiken in einem Artikel als unvereinbar zu benennen, finde ich ulkig“? Die immunologische und die „homöopathische“ Impfung? Das ist alles andere als ulkig, denn die letztere wird von Homöopathen und Heilpraktikern als „Impfen mit Homöopathie“ allüberall als „Alternative“ zur ersteren feilgeboten – mehr oder weniger mit dem Unterton einer Opposition zur immunologischen Impfung. „Impfen Homöopathie“ erzielt bei Google im deutschsprachigen Raum 115.000 Ergebnisse. Dort wird die Verbindung hergestellt und die „Vereinbarkeit“ suggeriert. Nicht bei mir.
      Oder meinen sie Homöopathie allgemein im Verhältnis zu Impfung? Auch hier stelle nicht ich die Verbindung her. Wie aus meinem Artikel ersichtlich, auch nicht Hahnemann. Die Wurzel liegt bei Lux (1920) und Hering (um 1830), auch das können Sie bei mir nachlesen. Sollten Sie sonst noch Zweifel an der Berechtigung haben, Homöopathie und Impfung in einem Zusammenhang zu erwähnen, lesen Sie ein paar der 115.000 Google-Treffer. Und das Paracelsus-Magazin, zu dem ich in meinem Aritikel gern noch den passenden Link einfüge.
      Und es ist doch sachlogisch unwiderlegbar, dass sich eine Prophylaxe mit Hahnemanns Grundsätzen der Behandlung verstimmter geistiger Lebenskraft, die sich durch ein Symptombündel zeigt, absolut nicht vereinbaren lässt. Dafür rufe ich ja gerade Hahnemann als Zeugen an. Und hier trifft sich unsere Argumentation, um zu einem freundlichen Ausklang zu gelangen: Ja, es ist unsinnig, wenn auch nicht ulkig, zwei so verschiedene Ansätze wie Homöopathie und Impfen zusammenzubringen. Das tue aber nicht ich. Das tun die homöopathisch ausgerichteten Pseudo-Impfer. Und das will ich mit meinem Blogartikel ja gerade kritisieren und widerlegen. Insofern geht Ihr Satz vom „ulkig finden“ an die falsche Adresse. Homöopathie und Impfen sind unvereinbar. Trotzdem wird auf breiter Front suggeriert, dies sei nicht so, denn die Nosodenimpfung beruft sich auf und verkauft sich als „homöopathische“ Maßnahme.
      Als medizinische Praktik würde ich allerdings weder die Homöopathie noch die Nosodenimpfung bezeichnen.

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