Handreichung: Aufklärung über Homöopathie, kurz und knapp

Auf gelegentlichen Wunsch hin nachstehend ein knapper Text, mit dem auf noch aufnahmefähige Homöopathie-Geneigte in Diskussionen geantwortet werden kann. Professionelle Autisten sind damit natürlich nicht erreichbar. Aber die Zielgruppe der unkritisch-unwissenden Interessenten und Konsumenten, die berühmten 83 Prozent der Menschen, die Homöopathie zwar kennen, aber keine Ahnung von den Zusammenhängen haben, die könnte in diesem Rahmen vielleicht angesprochen werden.

Meine Meinung zur Homöopathie? Um Meinung geht es nicht, sondern ganz einfach um Fakten.

In 200 Jahren hat die Homöopathie keinen Nachweis einer Wirkung erbringen können, der über den bei jeder Art von Therapie auftretenden Placeboeffekt, die psychosomatische Wirkung, hinausgeht. Das ist schon zu Hahnemanns Lebzeiten nicht gelungen, ebensowenig zu Zeiten moderner Studien- und Analysemethoden. Die Methode war von Anfang an umstritten und niemals Mittel der ersten Wahl; verschiedentlich ist die Homöopathie sogar verboten gewesen.

Die großen zusammenfassenden Untersuchungen (Versuchsreihen und zusammenfassende Auswertungen), nämlich die Untersuchungen des Reichsgesundheitsamtes von 1936 bis 1939, die Testreihen von Prof. Paul Martini (erster Präsident der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin nach dem Krieg) zur homöopathischen Arzneimittelprüfung zwischen 1936 und 1955 und aktuell das zusammenfassende Review der Australischen Gesundheitsbehörde von 2015 (darin enthalten die Mehrzahl der von der Britischen Homöopathiegesellschaft benannten „guten“ Studien) sind klar zu dem Ergebnis gekommen, dass eine spezifische (d.h. der Methode eigene) Wirksamkeit der Homöopathie nicht gegeben ist. An allen diesen Untersuchungen und Reviews haben führende Homöopathen ihrer Zeit selbst mitgewirkt.

Hinzu kommt, dass tragende Aspekte der homöopathischen Methode gegen naturgesetzliche Gegebenheiten verstoßen (z.B. Wirkungszunahme durch „Potenzierung“, Annahme einer „geistigen Lebenskraft“, die es zu beeinflussen gelte) und deshalb auch gar keine Wirkung erwartet werden kann (mangelnde „Szientabilität“, d.h. Wissenschaftsfähigkeit). Andere Aspekte der Methode entstammen dem Animismus, der Vorstellung einer „Allbeseeltheit“ der vorwissenschaftlichen Zeit.

Einzelne Studien, die immer wieder ins Feld geführt werden, entpuppen sich bei näherer Betrachtung wieder und wieder als methodisch unbrauchbar oder als fehl- bzw. überinterpretiert. Gleiches gilt für die „homöopathische Grundlagenforschung“, deren Ergebnisse sich entweder als Scharlatanerie entpuppten („Wassergedächtnis“, „Nanopartikel“ in Hochpotenzen) oder aber aus fachfremden Gebieten unverstanden übernommen und uminterpretiert werden (z.B. Wirkung durch „Quanteneffekte“). Kein Wissenschaftler aus diesen Fachgebieten wird diesen Interpretationen eine Stütze geben.

Homöopathie ist keine Naturheilkunde. Sie verwendet als Ursubstanzen beliebig neben Pflanzen und nichtpflanzlichen organischen Stoffen eine Vielzahl von anorganischen Substanzen; chemische Elemente in Reinform wie auch chemische Zusammensetzungen und Dinge aus dem Alltagsleben („Berliner Mauer“). Sanft und nebenwirkungsfrei ist sie nur insofern, als dass sie auch frei von Wirkungen ist. Mittel, die in den Körperstoffwechsel eingreifen und dabei keinerlei nicht gewünschte Wirkungen erzeugen, gibt es nicht.

Homöopathie ist ein reines Glaubenssystem, erfunden und erdacht, nicht entdeckt. Da jede Schein- und auch jede wirksame Therapie zusammen mit dem Placeboeffekt wirkt, muss dieser von jeder spezifischen Wirkung einer Methode bzw. eines Mittels „abgezogen“ werden. Im Falle der Homöopathie (nicht nur dieser) bleibt dann – nichts. Viele Länder haben die Homöopathie deshalb konsequent aus ihren öffentlichen Gesundheitssystemen verbannt.


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