Innehalten

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Liebe Leserinnen und Leser dieses Blogs,

wir alle stehen unter dem Eindruck der gestrigen Ereignisse, nicht nur derer in Berlin. Es ist momentan nicht die Zeit, so zu tun, als könne man weitermachen wie bisher. Deshalb an dieser Stelle heute auch kein neuer Fachbeitrag.

Ich habe die gestrige Nacht in den sozialen Medien mitverfolgt, wo sich viel ehrliche Empathie sammelte. Aber: Noch viel mehr häuften sich Vorverurteilungen, heraussprudelnde Vorurteile, pure Dummheiten und noch viel, viel mehr. Dies, ohne dass überhaupt verlässliche Informationen zu Tat- und Tätereinzelheiten verfügbar waren. Den Vorreiter machte dabei einmal mehr eine Partei, deren Namen ich hier gar nicht aussprechen möchte. Vieles davon hat mich traurig gemacht, einiges auch wirklich entsetzt. Ich sehe hier große Teile der Bevölkerung auf einem sehr, sehr verhängnisvollen Weg, nämlich dem, der von Terroristen gewollten Verunsicherung im Volk und der damit einhergehenden politischen Radikalisierung massiv Vorschub zu leisten.

Und damit ist es gar nicht so weit zu dem Anliegen dieses Blogs hier: Der plädiert nämlich -unter der Flagge eines speziellen Themas, der Pseudomedizin- auch dafür, sich nicht von gefühlten Wahrheiten mitreißen zu lassen, sondern auch unter Dauerfeuer zwei Dinge zu bewahren: Vernunft und Fairness. Was im übrigen kein Plädoyer für unreflektiertes „Gutmenschentum“, sondern für rationale Überlegung und Problemlösung sein soll. Niemand kann so tun, als gebe es keine Probleme.

Ich erlaube mir abschließend einen Hinweis auf den Kommentar von Michael Schmidt-Salomon bei der Giordano-Bruno-Stiftung.

Ergänzung, 18.14 Uhr: Wer noch tiefere Denkanstöße sucht, sei auf diesen Beitrag auf den NachDenkSeiten hingewiesen.

Bleiben wir wachsam. Bleiben wir engagiert. Nehmen wir Fakten zur Kenntnis und nutzen wir unsere Fähigkeiten dazu, diese von Propaganda zu unterscheiden. Bleiben wir auf der Seite von Ratio und Empathie, ohne uns davon abhalten zu lassen, Notwendiges zu fordern und zu tun.

Danke. Und allen Lesern wünsche ich trotz allem schon jetzt ein friedliches Weihnachtsfest und ausreichend Gelegenheit, aus diesem Anlass die Bindungen zu Familie und Freunden zu vertiefen oder gar neu zu knüpfen.

Bildnachweis: gemeinfrei


2 Gedanken zu “Innehalten

  1. Danke, ein sehr guter Text. Kritische Besonnenheit und besonnenes Anpacken sind der richtige Ansatz. Schmidt-Salomon hat recht, wir sollten nicht in die Falle der Terroristen laufen.

    Der Umgang Norwegens mit dem Massaker von Utøya ist hier ein gutes Vorbild – die Weigerung, die liberale Grundhaltung aus Rachsucht oder Angst zu opfern: „Noch sind wir geschockt, aber wir werden unsere Werte nicht aufgeben. Unsere Antwort lautet: mehr Demokratie, mehr Offenheit, mehr Menschlichkeit.“ (Ministerpräsident Stoltenberg).

    Gefällt 1 Person

    1. In der Tat, Herr Stoltenberg hat mich damals sehr beeindruckt (obwohl er mich in neuer Funktion ziemlich enttäuscht hat). Wir brauchen weder Schaum vor dem Mund noch untätiges Zurückziehen, sondern eben Demokratie, Offenheit und Menschlichkeit. Ich würde noch Solidarität hinzufügen.

      Gefällt 2 Personen

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